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Zoltán - All style mixed pix
Hallo an alle die mich hier besuchen!

Mit tätowieren habe ich im Jahre 1988 in Budapest/Ungarn angefangen. Damals war in den kommunistischen Vasallenstaaten das Tätowieren streng verboten. Es zählte als schwere Körperverletzung. Dies war uns Punks, Skins, Metaller und sonstigen vom System ungern gesehenen Jugendkulturen eine offene Herausforderung. In Wohnungen von Freunden haben wir uns heimlich, mithilfe von Spritzen, Kanülen und Rotring-Tusche gegenseitig unsere Tattoos gestochen. Die Sache hatte durch
das Verbot einen zusätzlichen Nervenkitzel und half uns unseren Freiheitsdrang auszuleben. Meine künstlerische Laufbahn begann während der Grundschulzeit.
Wie jedes Kind malte ich immer gerne rum.Während der langweiligen Unterrichtsstunden zeichnete ich diverse Karikaturen über meine Mitschüler. Zum entsetzen der Lehrkräfte wurden auch die Lehrer nicht verschont. Meine Mathelererin hatte bei einem meiner besonders obszönen Bilderchen meine Mappe beschlagnahmt und mich vor den Rektor gezerrt.
Er sah die Mappe durch und lachte sich fast tot. Bei einer meiner Krikeleien holte er aus seinem Schrank einen Buch hervor mit Graphiken von Leonardo. Er schlug eine Seite auf mit der Skizze eines abgenagten Apfels und legte es neben eins meiner Bilder, wo ich mein halb aufgegessenes Pausenbrot und einen Apfel gezeichnet hatte. Die zwei Äpfel waren fast identisch. Danach war ich in Mathe zwar immer noch schlecht, hatte aber beim Rektor
Narrenfreiheit.

In der Sommerferienzeit (die in Ungarn 3 Monate dauern) jobbte ich im Budapester Vergnügungspark. Mein Hauptberuf bestand darin in einer Bude zu kassieren, wo 3 Köpfe mit Zylindern auf und ab tauchten. Die Zylinder sollten vom hohem Publikum mittels Stoffbällen von den Köpfen geworfen werden. Nebenbei malte ich Werbeschilder für die Schausteller.

In dem Schiffarttechnikum, wo ich weiter zur Schule ging, langweilte es mich jedesmal wenn wir technischen Zeichenunterricht hatten. Meine Aufgaben erledigte ich immer auf die schnelle und danach widmete ich mich meinen Karikaturen und sonstigen Kritzeleien. Eines Tages wurde ich dabei von meinem Lehrer erwischt und nach dem Unterricht ins Lehrerzimmer bestellt.
Zu meiner grossen Überraschung wurde ich nicht gemassregelt. Mein Lehrer war Pál Szókontor, ein renommierter Künstler der auf unserer Schule das Zeichnen lehrte.
Er wies mich darauf hin, dass ich ein schrecklich schlechter technischer Zeichner wäre, jedoch eine talentierter junger Künstler. Er bot mir an, mich in diese Richtung weiterzubilden. Ab da hatte ich pauschal bei jeder Arbeit in der Mappe eine 3 stehen, wobei ich mich nie wieder mit technischen Zeichnungen langweilen musste. Außerdem bekam ich von ihm die Freiheit, malen zu dürfen was auch immer ich wollte. Nach der Wende hat mich mein Schicksal nach Deutschland verschlagen.
So enstand Anfang 1993 Mammut Tattoo in Bielefeld.
In den Jahren von 1994 bis 2000 hieß es für mich lernen, lernen, popernen. Zahlreiche Tattooconventions überall in Europa habe ich besucht und dort die unterschiedlichen Arbeitsweisen von den bekanntesten Tätowierern in mich aufgesaugt. Es gibt keine bessere Möglichkeit seinen Horizont zu erweitern als eine internationale Convention.
Im Jahre 2000 eröffnete ich in Paderborn mein zweites Tattoostudio und im Jahre 2003 folgte in Budapest das dritte. In den Jahren meiner Tätigkeit habe ich an die 20 junge Talente ausgebildet und ihnen damit zu einer Zukunft als Tätowierer verholfen.
Meine Spezialität (und was ich auch am liebsten steche) sind traditionelle Tätowierungen aller Art. Aber generell kann ich sagen, umso schwieriger eine Aufgabe, umso mehr fordert es mich heraus und umso leidenschaftlicher gehe ich die Sache an. Ich versuche jedem meiner Kunden ein individuelles, für ihn angefertigtes Bild zu stechen.

Nichts langweilt mich mehr als ein aus dem Katalog eingekauftes Konfektionstattoo. Daher bleibt zum Abschluss nur noch zu sagen: Wenn du ein Tattoo haben willst, was es wert ist eines Tages mit ins Grab zu nehmen, bist du bei mir in den besten Händen!

Zoltan Mobil von Baronfeind


Und hier noch etwas aus dem Archiv. Ein Radiointerview aus dem Jahre 1995.



Ausgewählte Werke von Zoltán - All style mixed pix.

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